Bei dieser Gelegenheit geziemt es sich, ein Wort des Dankes an unsere Armeeleitung und unsere Landesbehörden zu richten. Haben sie es doch verstanden, uns durch all die Fährnisse dieser langen Kriegsjahre glücklich hindurchzuführen. Dass unsere Armee aus dieser langen Aktivperiode unbefleckt hervorging, ist das große Verdienst unseres Generals Henri Guisan. Einige Unkorrektheiten, die begangen wurden und heute geahndet werden müssen, lassen wir nicht an die Ehre unserer Armee herankommen.
Durch das rasche Vorrücken der alliierten Armeen entlang der Schweizergrenze bis ins Vorarlbergische ersuchten Tausende von Flüchtlingen Einlass in die gastfreundliche Schweiz. Diese Übertritte brachten eine sehr große Arbeit für unseren Grenzsanitätsdienst und unsere Grenztruppen. Zu ihrer Unterstützung stellten sich neben vielen freiwilligen Organisationen auch verschiedene Sektionen unseres Verbandes.
Es mussten in aller Eile größere Auffanglager etabliert werden, in welchen die Flüchtlinge einer genauen ärztlichen Kontrolle unterworfen wurden. Ferner erhielten unsere Hygienedetachemente eine große Arbeit, indem sämtliche Flüchtlinge gereinigt und alle ihre Effekten gründlich desinfiziert werden mussten.
Auf den 20. August 1945 meldete unser General das Ende des Aktivdienstes an. Anlässlich eines imposanten Aufmarsches aller Fahnen und Standarten der Armee nahm er Abschied von derselben. Fast zur gleichen Zeit kapitulierte auch der letzte noch verbliebene Achsenpartner Japan, und damit herrschte auf der ganzen Erde Waffenruhe.
Wohl war nun auf allen Kriegsschauplätzen Waffenruhe, doch von einem wahren Frieden stehen wir noch weit entfernt. Möge es den maßgebenden Instanzen gelingen, einen Frieden aufzubauen, der Bestand hat und in welchem sich jedes Volk wohlfühlen kann. Für unsere Heimat wird sich in absehbarer Zeit die Frage stellen, ob sie sich der neuen Völkerorganisation beigesellen will? Bei dieser Gelegenheit wird die Frage der Neutralität behandelt werden müssen. Wir hoffen bestimmt, dass an unserer absoluten Neutralität nichts geändert wird. Denn nur sie und der Wehrwille unseres Volkes, der während der ganzen Dauer des Krieges nie in Frage stand, haben es ermöglicht, uns von diesem gewaltigen Ringen fernzuhalten.
Nach diesen kurzen einleitenden Betrachtungen will ich versuchen, Ihnen ein Bild über die Tätigkeit des SMSV im Jahre 1945 zu geben. Dabei wollen Sie bitte beachten, dass bis zur DV in Brugg andere Kameraden das Steuer unseres Verbandes in den Händen hielten.
Zentralvorstand:
Der an der DV in Brugg am 1. Juli 1945 gewählte neue Zentralvorstand übernahm sein Amt am 21. Juli 1945. Die Übergabe, die durch den alten Zentralvorstand unter der initiativen Leitung seines Präsidenten Four. Albert Binzegger vorbereitet wurde, zeigte eine mustergültige Ordnung in sämtlichen Akten.
Auf das Datum der Amtsübergabe belief sich das Vermögen inkl. laufende Subventionen auf ca. Fr. 14'500.–.
Durch den alten ZV konnte das Abkommen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz noch erledigt werden, während folgende unerledigte Geschäfte an den neuen ZV übergingen:
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